Jammer, Nörgel, Mecker

Tu was dagegen? Wieso ich? Die anderen sind ja schuld.

Ich habe es so satt. Was ist los mit den Menschen? Wenn es einem nicht so gut geht, findet man rasch einen Schuldigen. Der Nachbar, der Arbeitgeber, der Kunde, die Eltern, der Kollege, die Wirtschaft, die Regierung usw. Und ich spreche nun nicht von tagesaktuellen News, welche wieder ein ganz eigenes Thema sind. Ich spreche von den Problemen und Schwierigkeiten des Alltags, die mit oder ohne Virus bewältigt werden wollen.

Wenn ich Menschen frage – was machst du gerne? Wie geht es dir? – Und ja, wenn ich frage, wie es jemanden geht, will ich es tatsächlich wirklich wissen – über das Wetter könnt ihr mit jemanden reden, den es interessiert. Ich habe auch ein Fenster^^ und lebe ebenfalls in derselben Zeitzone.

Wenn dann als Antwort kommt, du, eigentlich ganz gut, aber..ist klar,..ein aber muss ja kommen – und ja, ich möchte es ja noch immer wissen – ich würde zum Beispiel gerne wieder mit dem Rad fahren, im Wald spazieren, malen. Okeeh^^ – Und? Naja, geht mir ja doch nicht sooo gut, und hier tuts weh und da zwickts und mir geht es insgesamt nicht gut. Warum nicht? Weil ich schon lange nicht mehr im Wald war.

Really? Wirklich? Ernsthaft? What??

Also irgendwie entzieht sich mir hier die Logik. Oder wenn ich als Antwort bekomme, du – mir geht’s sooo schlecht, hab ab und zu mal Kopfweh und letztens knackte es da und da hats auch was – man wird ja auch nicht jünger —-..

Nun, in so einem Fall aber vielleicht schneller älter. Warum jammern Menschen so oft, so viel, grundlos? Warum machen sie nichts dagegen? Machen etwas, damit es ihnen besser geht.

Gefällt dir dein Job? Nein, der absolute Horror. Der Chef, und die Kollegen, und erst die Arbeitszeiten, also, nee, nee, nee. – Warum machst du dann nicht was anderes? – Als ob das so leicht wäre. – Nun, du kannst dich ja mal umsehen, musst ja nicht von heute auf morgen kündigen. – Ach, so schlimm ist es ja gar nicht. Und von irgendwas muss man ja leben. Und ich mache das ja nun auch schon eine ganze Weile (und macht es dann jahrzehntelang bis zur Rente/Pension).

So kann man seine Zeit auch verbringen. Seine Lebenszeit auch irgendwie rüberbringen. Gut! Nicht mein Problem. Zu meinem Problem wird es, sobald man mir die Ohren volljammert, wie schlecht es einem geht, aber nichts dagegen macht. (Und es der Person aber jetzt nicht wirklich schlecht geht). Ich bin weder der seelische Müllkübel, noch der Therapeut. Die Beispiele sind unendlich, vielfältig und wirklich enorm. Ich weiß, dass es spezielle Formen gibt, wo Menschen einerseits andere Menschen nicht mit ihren Problemen belästigen möchten, andere Menschen, die sonst aber oft niemanden haben, dem sie ihr vermeintliches Leid klagen können, verstehe ich auch. Aber da gibt es eben noch die andere Gruppe.

Und bei schweren gesundheitlichen Problemen ist dies natürlich kein Thema (ja, habe da auch schon einiges hinter mir – kann da also in erster Reihe mitsprechen – Krebsdiagnose, Depression, starke Migräne,- erwähne ich nun, damit man hier auch gleich Bescheid weiß – warum soll ich mich verstecken oder etwas schönreden?). Klingt das nun widersprüchlich? Möglich. Doch ich jammere ja auch nicht – (außer ich liege gerade z.b. mit einer Migräneattacke zuhause darnieder – aber da jammere ich für mich im stillen Kämmerlein, obwohl, – meiner Katze bleibt es zeitweise nicht erspart – aber sie versteht und tröstet und das ist ok, sie jammert mir auch die Ohren voll – ist hier also ein gegenseitiges Geben und Nehmen^^ ).

Es sind nicht immer die Anderen schuld.

Doch immer wieder treffe ich auf Menschen, die, ich weiß nicht, allem und allen anderen die Schuld geben. Im Übrigen – zeigt man mit einem Finger auf Andere, zeigen drei andere Finger auf sich 😉

Die sich über Nichtigkeiten so enorm aufregen, dass ich befürchte, dass sie jeden Moment umfallen, weil sie einen Herzinfarkt erleiden. Und die Gründe dafür sind – meines Erachtens – irrelevant und sowas von unwichtig, dass ich es einfach nicht verstehe. Natürlich ist alles relativ. Ebenso wie meine Meinung – aber ist ja auch mein Blog hehe.

Wenn Menschen Partner suchen, damit diese sie glücklich machen, läuft dann nicht irgendetwas falsch? Welcher Mensch möchte sich diese Bürde aufladen, den Rest seines Lebens für das Glück eines anderen Menschen verantwortlich zu sein?

Richtig! Absolut niemand!

Ich würde das auch für mich nicht wollen, dass ich einer anderen Person diese Last aufbürde. Lasten, welche aber etliche Menschen, ob bewusst oder unbewusst, doch zu tragen bereit sind, meist unbewusst – nach dem Motto – dieser Partner ist anders – das wird schon – besser so, als gar kein Partner. Hallo? Das kanns doch nicht sein. Ernsthaft. Ich bin lieber den Rest meines Lebens alleine, als einen Menschen neben mir zu haben, den ich glücklich machen muss. Ich mache Menschen gerne glücklich, aber nicht, wenn ich eine absolute Bedingung ist, es meine Pflicht ist. Im Gegenzug möchte ich beinahe noch weniger, dass ich jemand anderen dies aufhalse. Was habe ich davon? Erzwungenes Glück? Yeah…wird auf Dauer nicht funktionieren.

Wie wäre es mit ein klein wenig Eigenverantwortung? Gute Idee? Klar doch. Es ist nicht immer leicht, das Leben und so – auch für die anderen Menschen nicht, die sich die Jammerei anhören dürfen. Natürlich muss man sich mal auskotzen, aber dann ist es auch wieder gut. Es wirkt befreiend und danach ist’s leichter. Es ist sogar gesund. Nicht gesund ist, wenn man per-ma-nent jammert und meckert.

Und die heutige Jugend – na was,- war jeder Einzelne von den Erwachsenen ein Vorzeigeschüler und sooo brav? Und selbst wenn manche Jugendliche nicht der Norm entsprechen (auch so ein Begriff – ich zum Beispiel bin froh – NICHT der Norm zu entsprechen), aber ihr wisst ja, wie es gemeint ist, – diese Jugendlichen – welche Eltern haben sie? Hmm, ja genau 😀 die ehemaligen „Vorzeigekids“.

Wenn man einfach ein klein wenig mehr eigenverantwortlich handelt, hilft das schon enorm. Klar, man hat die Verantwortung für sein Leben, aber das hat man so und so. Ich möchte aber auch nicht fremdbestimmt leben und ich möchte anderen auch nicht die Schuld für manche Misere in meinem Leben zuschanzen, – obwohl… grübel, grübel… – ach, lassen wir das 😀

Ich habe auch gelernt. Gottchen habe ich gelernt und bin damit lange noch nicht am Ende. Und spannenderweise war das Meiste davon erst in den letzten Wochen und Monaten. Danke an dieser Stelle! 🙏

Aber wir können alle zumindest versuchen, etwas Gutes daraus zu machen. Ihr wisst schon, Zitronen – Limonade und so. Wenn also etwas stört, ändere es. Wenn du es nicht ändern kannst, wirst du es wohl akzeptieren müssen, dann kannst du aber vielleicht deine Einstellung dazu ändern. Übrigens, wenn man anderen Menschen hilft oder eine Freude macht, werden die eigenen Probleme kleiner oder verschwinden ganz.

Und manchmal …ja manchmal, hilft auch wenn man einfach tief Luft holt, langsam bewusst ausatmet und still lächelnd weitergeht…

Ich danke euch, für eure Zeit! 🙏🌸🍀

14 Gedanken zu “Jammer, Nörgel, Mecker

  1. Was mir in letzter Zeit auch extrem auffällt, ist der Satz „da kann man ebend nichts machen.“ das ist erstmal abartig. Und selbst wenn sie was machen könnten, kommt dann „das bringt ja eh nichts.“ Einfach furchtbar und für mich total unverständlich. Sowas regt mich dann wieder auf, obwohl das ja auch wieder Quatsch ist :-), denn im Endeffekt ist ja wie schon gesagt, jeder für sich selbst verantwortlich. Naja, die Menschen sind ebend (zum Glück) verschieden.

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    • Genau- Und ja, man regt sich dann eigentlich auf, worüber sich andere Menschen aufregen 😀 und stimmt, es ist ja dann deren Sache, aber dann soll es bitte auch ihre private und persönliche Sache bleiben. Und sooo schön, dass wirklich nicht alle Menschen gleich sind. Alles Liebe und danke für den tollen Beitrag!

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  2. Sprichst du mir sehr aus der Seele, gerade in diesen schwierigen Zeiten, was ist das hier für ein Gejammer und Genörgel in unserem Land über alles, was doch gerade nötig und notwendig ist und wer um Himmels Willen alles schuld an dieser Misere sei! Bloß keine eigene Verantwortung übernehmen, Verhalten wie Kindergartenkinder und schlimmer.
    Ach, ja, und Dinge, die im Job mißfallen ändern, da hab ich mir in meinen Arbeitszeiten den Mund fusselig geredet, was man nun daran ändern könnte, Endergebnis: Genau wie deine Feststellung: „Ach, so schlimm ist es ja gar nicht!“ Warum zum Kuckuck meckert man dann???
    Außer deiner Katze tröste ich dich mal in deinem stillen Kämmerlein!!!
    Oooh, ja, und das ist auch so ein Punkt, „du bist bitteschönchen jetzt lebenslang für mein Glück verantwortlich“, nee, bin ich nicht, ich kann dazu beitragen, daß das Leben eines anderen/Partners Glück beinhaltet, aber glücklich machen muß er/sie sich schon selber, dafür bin ich nicht zuständig, kann ich gar nicht sein und will ich auch nicht! Welch eine Bürde!
    Danke für den sehr gelungenen Beitrag, bleib gesund, stell hin und wieder die Ohren auf Durchzug und ganz liebe Grüße
    Monika.

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    • Danke liebe Monika – genauso, aber genauso! Jedes einzelne Wort könnte nun auch von mir sein ❤ Ist anscheinend doch so, dass es nicht nur mir so geht. Zu mir kamen auch oft Menschen, die sich über verschiedenste Dinge aufregten, alles Dinge, welche man verändern konnte – hätte selbst verändern können. Doch dann kann jedes einzelne Mal – ach, hm – passt schon, geht schon, was solls – mach dir keine Mühe…^^ na denn… 🙂 Bleib auch gesund und eine zauberhafte Zeit liebe Monika

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      • Da stehst du ganz sicher nicht alleine! Und es ist so ermüdend, denn wenn man die nötige Portion Empathie hat, dann laden ja auch richtig gerne gerade solche Menschen ihren Frust ab, dann versucht man, Lösungen anzubieten oder auch Hilfe bei Lösungen, und das Ergebnis verpufft wie ein geplatzter Luftballon, und du stehst da und kannst mal wieder den Deckel auf den seelischen Mülleimer pfeffern, den du abgegeben hast, da kriegt man die Krise! Aber Humor ist „wenn man trotzdem lacht“ oder „der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt! 😂
        Dankeschön, die wünsche ich dir auch von Herzen, die zauberhafte Zeit, ganz liebe Grüße
        Monika. ❤❤❤

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  3. Ich nehme mir so oft wie möglich vor, dankbar für etwas zu sein.
    Gestern ging unsere Waschmaschine kaputt und ich bin dankbar, dass wir eine neue bestellen können, ohne in ein finanzielles Loch zu fallen.
    Ich bin dankbar, dass meine Familie und Freunde gesund sind, auch wenn wir uns in Verzicht üben müssen. Es gibt viele Möglichkeiten, Kontakt zu halten.
    Ich bin dankbar, dass ich heute Früh 7 Uhr mein tägliches Schreibziel schon erreicht habe, zusammen mit fast 80 anderen Autoren in einem Zoommeeting.
    Ich möchte so optimistisch wie möglich bleiben, vor allem in dieser anstrengenden Zeit.

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    • Danke für diese tolle Zeilen. Man kann nicht genug oft Danke sein. Oh, wollte dort auch mitmachen – Schreiben – gleich wie letztes Mal 😉 – heuer wollte ich fix nun, ist ja erst der 4. kann sich noch leicht ausgehen – sonst mache ich das für mich im stillen Kämmerlein mit fixem Ziel. Danke! Glg

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      • Danke zu sagen und sich über das zu freuen, was es an Gutem gibt, war mir schon immer wichtig.
        Der NaNoWriMo ist ja noch jung, genug Zeit, um einzusteigen. Ich schreibe auch nicht 50.000 Wörter, sondern plane, 15.000 zu überarbeiten. Wenn es mehr werden, bin ich nicht böse. 😊 Daher setze ich mich gleich noch kurz ran und erhöhe auf heute insgesamt ca. 1000.
        Dir wünsche ich viel Spaß beim Schreiben, egal ob offiziell oder im NaNoWriMo. Ich tracke meine Ziele übrigens auch außerhalb dieser fixen Zeiten, geht auf der Webseite ganz gut.
        Liebe Grüße, Susanne

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  4. Rolf schreibt:

    Toller Beitrag… nur blöd, dass du meine Frau nicht kennst, die hat nämlich den „Pessimisten“ erfunden, und weil ich das schon über 30 Jahre lang mitgemacht habe und, wie du so schön schreibst, dabei u.a. tiiiiiiif Luft geholt habe, habe „ich“ jetzt COPD und meine Frau einen Grund mehr zum jammern.
    LG 😖

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    • Das tut mir sehr leid lieber Rolf. Ab und zu mal zu explodieren, tut sicherlich auch mal gut. Du hast anscheinend zu lange geschluckt. Und nun ist es anscheinend ein neuer Kreislauf. Vllt gibt es ja doch etwas, was du tun könntest, damit es sich nicht rapid verschlechtert. Also etwas, womit du zeigst, dass du nicht mehr gewillt bist, es so hinzunehmen und dass du nicht noch extra deine Lunge belasten musst. Glg Myriala

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